deutsch france great britain usa 0 50jahre 1 Wind 2 Morgen 3 Sim 4 Und da 5 Komplexe 6 Lügen 7 Deppen 8 Rand 9 Links 10_Schwer 11_Gast 12_Truth Jeder hat ja so sein Prinzip, TODO-Listen zu führen, oder eben keines, was ja auch eines ist. Jeder sollte mit seiner Art wie er das tut, zufrieden sein. Zufriedenheit könnte daraus resultieren, dass man das was man tun möchte, auch tut. Oder sie könnte auch darin bestehen, dass die Liste immer länger wird. Letzteres wäre zwar etwas skurril, aber wenn es glücklich macht ...

Mein Prinzip besteht darin, dass ich Zettel anlege in einem Karteikasten. Jedes Mal, wenn mir etwas einfällt, schreibe ich darauf als Überschrift "Morgen". Und dann kommt das, was "morgen" zu erledigen wäre. So weit so gut.

Das Schöne daran ist (für mich): Wenn ich mir das morgen anschaue, steht da schon wieder "Morgen", und ich verspüre keinen Druck es tun zu müssen. Und dann schaue ich mir alle "Morgen" so durch und wenn mir etwas gefällt und ich Lust darauf habe, dann tue ich es heute. Dass ich auf etwas möglicherweise Lust habe bedarf zwingend meiner eigenen Vorgabe, dass ich es nicht "heute" tun muss, sondern es auch morgen tun könnte. Jetzt könnte man einwenden, dass ich das aber doch weiß, dass ich das deshalb draufgeschrieben habe. Stimmt völlig. Und doch funktioniert es für mich. Sozusagen auf angenehme Weise selbst verschaukelt.

Hab ich etwas erledigt, wird es gestrichen. Der Zettel ist dann noch gut für andere Einträge. Und so kann ich auch, wenn mir etwas einfällt was zu tun ist, die vergangenen Dinge durchsehen und werde sehr stark motiviert dadurch, dass ich schon so vieles erledigt habe, obwohl es doch für "morgen" angesetzt war. Ich bin also viel fleißiger, als ich es von mir selbst annehme. ...

Ja, ich kenne den alten Spruch "morgen, morgen, nur nicht heute ...". Aber erstens bin ich zugegebenermaßen gerne faul nach dem Motto: Worum geht es eigentlich? Und zweitens gehört dieser Spruch zu einer ganzen Reihe von "guten deutschen Aphorismen" die heute noch an manchen alten Schulen an den Wänden zu lesen sind wie "Menschen sind wie Diamanten, nur durch Schleifen werden sie schön." Und da kann ich nur den Kopf schütteln ob dieser Art von Pädagogik und schaue lieber den schönen Film "Der Club der toten Dichter" oder die Feuerzangenbowle.

Und noch jemand, den ich zitieren möchte, Herman van Veen aus dem Lied "Bis jemand mich hört": "Ein ganz kleines Wort noch - für den der gut zuhört - ich hab nichts kapiert - ich tu so als ob."